Depression und Alkohol

Fehlen Antrieb, Lust und Freude, dann kann Alkohol helfen. In der Tat bekämpfen viele ihre Depression mit Alkohol. Das ist damit zu erklären, dass Alkohol Glücks- und Antriebsbotenstoffe im Gehirn aktiviert und diese in weiterer Folge das Belohnungssystem versorgen. Depressive Menschen haben einen Mangel an Glücksstoffen, wie zum Beispiel Serotonin. Alkohol steigert die Produktion dieses Neurotransmitters. Leider funktioniert das nicht und es entsteht oft eine Alkoholdepression.

Alkohol eignet sich nicht als Selbstmedikation!

Alkoholkonsum könnte man somit bei Depressiven im Sinne einer Selbstmedikation verstehen. Das ist allerdings ein schlechtes „Medikament“, denn zu viel Alkohol macht nämlich erst Recht depressiv und dann beginnt der Kreislauf in Richtung Alkoholkrankheit. Der dänische Experte Finn Zierau, seines Zeichens Chef von vier ambulanten Alkoholkliniken in Kopenhagen rät dazu, die Betroffenen zu fragen, ob die depressiven Zustände eventuell schon vor dem Alkoholmissbrauch bestanden haben. In solchen Fällen wäre nämlich erst einmal ein Monat lang Abstinenz anzuraten. Oft sind die Betroffenen dann sowohl von der Depression wie auch vom Alkohol geheilt.*

DDDr. Isak und Dr. Wilfried Westritschnig vom Institut für psychologische Alkoholheilung gehen allerdings davon aus, dass der Depression ein Ersatz geboten werden muss – ohne Alkohol. Mit ihrem pAST-Porgramm (pAST heißt psychologische Alkohol-Sucht-Therapie) bieten sie Interventionen auf neuronaler Ebene. Diese beeinflussen das Unbewusste neue Muster im Gehirn schaffen und diese für die Produktion von den so notwendigen Antriebs- und Glücksbotenstoffen sorgen.

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*Der Standard vom 9.7.2012 „Teuflischer Kreislauf: Alkohol und Depression“
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