Warum tun sich Alkoholiker so schwer, vom Alkohol loszukommen? Diese Frage ist Gegenstand mehrerer Studien. Heute weiß man, dass es nach langjährig hohem Konsum von Alkohol zu einem Verlust kognitiver Fähigkeiten kommt und natürlich Verstärker als Alternative zum Alkohol ihren Anreiz verlieren.* Alkohol aktiviert das menschliche Belohnungssystem. Wenn dafür eine Alternative geboten wird – z.B. ein schöner Spaziergang –, dann wird dies als Alternative nicht angenommen und auch negative Erfahrungen wie ein Kater nach einer durchzechten Nacht, ist kein Grund, solches zukünftig zu vermeiden.
Die gelernten negativen Erfahrungen spielen keine Rolle und man trinkt weiter. Die Forschungsergebnisse weisen bislang darauf hin, dass die immer schwächer werdende Aktivierung bestimmter Areale im Gehirn, die für Entscheidungsprozesse zuständig sind, dafür verantwortlich wären. Um Entscheidungen treffen zu können und aktiv zu werden, brauchen wir Dopamin. Dieser Botenstoff ist auch für die Motivation und für Glücksgefühle zuständig. Wenn die Rezeptoren, wo dieser Botenstoff andockt, immer weniger wirken, leiden Glück und Motivation.
Alkohol wirkt negativ auf Dopaminsystem
Neuere Forschungsergebnisse bestätigen dies und weiten dieses Phänomen auch auf andere Gehirnregionen, wie den Kortex und das Mittelhirn aus. So ist bei Alkoholikern die Sensitivität des dopaminergen Systems signifikant reduziert. „Das bedeutet zum einen, dass viele kognitive Prozesse, die auf eine kortikale Dopaminaktivierung angewiesen sind, wie das Arbeitsgedächtnis, Entscheidungsprozesse und exekutive Funktionen, nicht mehr so effizient funktionieren wie bei normalen Personen. Es bedeutet auch, dass natürliche Stimuli ihren Anreizwert verlieren und immer weniger Einfluss auf die Verhaltensauswahl haben.“*
Diese Erkenntnisse müssen sich auf Alkohol-Entzugs-Programme auswirken. „Studien bestätigen das pAST-Programm. Eine einmalige Alternative zum Alkohol, um Dopamin zu aktivieren, ist sinnlos und ohne Wirkung. Es müssen im Gehirn völlig neue Lerninhalte geschaffen werden, die auf das dopaminerge System wirken“, meint der Entwickler des pAST-Programms, DDDr. Karl Isak.
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*Müller, Christian P. (2014): Dopamin-Impuls gesucht – Folgen des Alkoholismus in der Hirnrinde. In: Der Neurologie & Psychiater 2014; 15 (12) [4.2.2018]. Auch: Narendran R, Mason NS, Paris J, Himes ML, Douaihy AB, Frankle WG. Decreased prefrontal cortical dopamine transmission in alcoholism. Am J Psychiatry. 2014; 171 (8): 881–8
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