Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?

Kontrolliertes Trinken* – also Konsumreduktion – und Abstinenz weisen in Studien ähnliche Therapieergebnisse auf.** Das heißt allerdings, dass weder das eine noch das andere bei einer 90prozentigen Rückfallsquote durchschlagende Erfolge bieten kann. Dennoch versuchen es Trinker immer wieder, von ihrem Laster loszukommen. Das ist auch richtig – sowohl aus volkswirtschaftlicher wie auch aus der Sicht der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Nun gibt es ein Programm, das beiden Strategien helfen kann. „Entzugsprogramme können die eigentlichen Probleme nicht lösen und auch auf die neuronalen Muster, die zum Alkoholkonsum geführt haben, nicht von heute auf morgen auslöschen bzw. ändern. Deshalb gibt es so hohe Rückfallquoten.“

Neues Therapieprogramm hilft

DDDr. Karl Isak und Dr. Wilfried Westritschnig verändern mit ihrem pAST-Programm bestehende Prägungen im Gehirn und sorgen damit für neue Handlungsmuster. „Bei unserem Programm ist es unerheblich, ob eine Konsumreduktion oder die totale Abstinenz als Ziel vorhanden ist. Allerdings sind mit dem Ziel, einfach weniger zu trinken, weit mehr Betroffene zu motivieren. Manche von ihnen wollen dann auch nichts mehr trinken.“ Beide Konzepte – das kontrollierte Trinken wir auch die Abstinenz – brauchen nach Meinung von Isak und Westritschnig alternative und neue Ansätze und das pAST-Programm entspricht diesem. „Alkohol aktiviert die dopaminergen und opioiden Systeme im Nucleus Accumbens. Ohne Alkohol fehlt etwas, das muss also ersetzt werden. Hier gibt es zwei methodische Wege – zum einen muss der Grund für die ursprünglichen Defizite in diesem System ergründet und bewusst gemacht werden und zum anderen braucht es Ersatzinterventionen, die den Alkohol unnotwendig machen. Das pAST-Programm stellt solche Interventionen zur Verfügung – und zwar langfristig.

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*Quelle: Körkel, Joachim (2002): Kontrolliertes Trinken: Eine Übersicht. In: Suchttherapie 2002:3; 87-96.
**Quelle: Al-Otaiba, Zayed; Worden, Blaise L. ;McCrady, Barbara S.; Epstein, Elizabeth E. (2008): Accounting for self-selected drinking goals in the assessment of treatment outcome. Psychology of Addictive Behaviors, 22(3), 439-443.
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