Bevor Job und Familie verloren sind

Der Weg zu einem Alkoholentzug ist oft schwierig bzw. ist er für viele Betroffene unmöglich, weil nicht jeder völlige Abstinenz als möglich ansieht. Hier wird eine große Chance vertan, denn es ist auch möglich den Konsum auf ein akzeptables Maß zu reduzieren. Das Stichwort heißt „kontrolliertes Trinken“ – also Alkoholreduktion – und ist insbesondere mit dem richtigen Begleitprogramm möglich. Das Institut für psychologische Alkohol-Sucht-Therapie (kurz pAST), bietet dafür ein Programm an.

Programm, welche anstelle Alkohol das Belohnungssystem aktiviert

„Die üblichen Behandlungsmethoden sind für viele nicht akzeptabel. Wenn nicht die totale Abstinenz im Zentrum steht, sind aber viele bereit, an der Lösung ihres Problems zu arbeiten. Dass dies funktioniert, zeigen nicht nur viele Studien, sondern wird mit unserer Methode noch leichter.“ Der Psychologe DDDr. Karl Isak hat mit dem Mediziner, Dr. Wilfried Westritschnig, ein Programm entwickelt, das neue neuronale Programme im Gehirn schafft und beim eigentlichen Problem des Trinkens, dass nämlich damit das Belohnungssystem aktiviert wird, ansetzt. „Unser Programm schafft über unbewusste Mechanismen neue Muster, welche als Ersatz für Alkohol, dem Belohnungssystem jene Botenstoffe zur Verfügung stellt, die es benötigt. Deshalb trinkt man weniger oder vielleicht gar nichts mehr.“

Für Isak ist es deshalb unerheblich, ob man weniger oder gar nichts mehr trinken möchte. „Das Suchtbedürfnis bezieht sich nicht auf den Alkohol an sich, sondern auf die Belohnungseffekte im Gehirn und somit ist es unerheblich, wie diese erzeugt werden.“ Isak sieht deshalb die absolute Abstinenz nicht als einzigen Weg zur Problemlösung an.

Das pAST-Programm ist darauf abgestimmt, langfristig zu unterstützen und hilft rechtzeitig, bevor Job und Familie verloren sind. Alkohol ist nicht nur ein häufiges Problem in Beziehungen und für viele ein Scheidungsgrund, sondern auch ein oftmaliger Kündigungsgrund. Beziehungs- und Finanzprobleme gehen mit Alkoholismus einher. Es gibt also viele Gründe, den Konsum zu reduzieren oder ganz einzustellen.

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Foto: shutterstock_129433802/ronstik